Das Ujah-Dilemma

Ujah wechselt wohl nach China. Für kolportierte 13 Millionen. Kein schlechtes Geschäft, wenn man bedenkt, dass er „nur“ ca. 4,5 Millionen gekostet hat. Innerhalb eines Jahres eine dreifache Wertsteigerung. Aus dem Blickwinkel kann man mit dem Transfer durchaus umgehen. Das war es dann aber auch an positiven Aspekten.

Der Verkauf von Ujah ist sportlich in der aktuellen Situation der größte Fehler, den Baumann bis jetzt gemacht hat, denn damit regiert im Moment die Hoffnung im Sturm. Die Hoffnung darauf, dass der bald 38-jährige Pizarro noch ein Jahr seine Klasse beibehält und als Stammspieler und -stürmer weiter Tore erzielt. Die Hoffnung darauf, dass Johannsson, der ein Jahr nicht gespielt hat, wieder fit wird und möglichst schnell den Kader bereichert. Die Hoffnung darauf, dass Eilers und Thy, die bislang noch nicht nachgewiesen haben, dass sie Bundesliga-Niveau haben, dies möglichst schnell beweisen. Die Hoffnung darauf, dass Lorenzen den nächsten Schritt seiner Entwicklung macht und sich in Richtung Stammelf entwickelt. Die Hoffnung darauf, dass Eggestein den Sprung in die Bundesliga schneller schafft, als vielleicht geplant.

Wenn man sich aber die Kaderplätze anschaut und das Ziel von Baumann, mit 25-28 Profis in die Saison zu gehen, dann kann man schon fast keinen Ersatz für Ujah mehr verpflichten, ohne noch einen Spieler abzugeben.

Einen Ersatz für Ujah zu finden, sollte möglich sein. Wenn ich Baumann aber richtig verstehe, sieht er die Prioritäten nicht zwangsläufig im Sturm. Ob also Ersatz kommt, bleibt dahin gestellt.

Werder zockt also im Sturm. Und hofft. Zocken und hoffen bei einem Verein, der den Klassenerhalt 2 Minuten vor Saisonende erst fest gemacht hat. Mutig.

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